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Grundsteinlegung für den Aussichtsturm in der Calauer Schweiz

15.04.2019

Klinker auf Klinker

Von poetischen Bürgermeistern und kompetenten Handlangern

LUCKAITZTAL/CALAU. Die Grundsteinlegung für den Aussichtsturm in der Calauer Schweiz ist vollzogen. Er wird 43 Meter hoch mit einer Plattform auf 38 Metern und soll einen weiten Blick ins Land bieten.

 

Außergewöhnliche Momente rufen manchmal außergewöhnliche Aktivitäten hervor. So etwa bei Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal, der am Freitag mit Poesie überraschte. Anlass war die Grundsteinlegung für den Aussichtsturm in der Calauer Schweiz, der er ein Gedicht widmete.

„Fanget an und leget die Mauer Schicht auf Schicht – der 12. April 2019 ist der Anfang für deine neue Heimatgschicht“, so das Gemeindeoberhaupt in seinen Versen. Ein paar Euro-Münzen, Teile von baulichen Unterlagen und eine aktuelle Ausgabe der Lausitzer Rundschau befinden sich in der Schatulle, die unter dem symbolischen Grundstein eingebettet wurde.

Viele Helfer waren nötig

Bei der Zeremonie im Beisein von Gemeindevertretern, leitenden Mitarbeitern der Amtsverwaltung Altdöbern sowie aus Kreis- und Landesbehörden erwies sich Calaus Bürgermeister Werner Suchner als kompetenter Handlanger. Vieler Handreicher bedurfte es, um das ambitionierte Objekt überhaupt zur Umsetzung zu bringen.

„Über Jahre scheiterte die Finanzierung des Projektes am fehlenden Eigenanteil der Gemeinde“, begründete Simone Schökel vom Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung. „Inzwischen konnten die Zuwendungen aufgestockt werden, damit die Arbeiten nicht auf halber Höhe abgebrochen werden müssen“, informierte sie.

Weite Sicht aus luftiger Höhe

43 Meter Höhe wird das neue Wahrzeichen in der Calauer Schweiz betragen, wobei sich die Aussichtsplattform in luftigen 38 Metern befindet. „Besucher werden beeindruckt sein, was aus dieser Höhe und bei guter Sicht alles zu sehen ist“, macht Ingolf Häusler schon mal Lust, einen Aufstieg zu wagen.

Dabei verwies der Sachgebietsleiter Hochbau in der Amtsverwaltung Altdöbern auf den erhöhten Standort auf der Kammlage der Calauer Schweiz, 153 Meter über NN. Bis der Turm im kommenden Jahr für Besucher freigegeben werden soll, gilt es noch rund 95 000 Klinker zu vermauern. Ernst Neumann, Inhaber der bauausführenden Neusch Bau GmbH (Groß Luja) räumt ein: „Einen Aussichtsturm errichtet man auch nicht alle Tage. Nach der Sanierung der Bio-Türme in Lauchhammer ist das unser zweites Turmprojekt“, erklärt er.

Bemerkenswert und auch so gewollt: Die langlebigen Klinker für den Turm werden im benachbarten Klinkerwerk Buchwäldchen (Wienerberger GmbH) produziert. „Neben Normalklinkern werden auch Kanalklinker sowie Radialklinker benötigt, die in unserer Formsteinanlage gefertigt werden“, teilt Werksleiterin Rita Bernhardt mit. Bei der Wahl der Klinker hätten sich die Auftraggeber für das Modell mit der Farbzeichnung „Cottbus“ entschieden.

Klinkerstein aus Heimaterde

„Aus Heimatton und Heimaterde ist der Stein in Buchwäldchen hart gebrannt – so wird er dann auch Klinker genannt“, hielt Roland Schneider in seinem Gedicht fest. Den Heimatgedanken griff auch Petra Richter auf, die die Grundsteinlegung kulinarisch begleitete. Um dem Teig für die begehrten Buchweizenplinse genug Zeit zum Reifen zu geben, war frühes Aufstehen angesagt. „Als Bewohner der Plinsdörfer fühlen wir uns verpflichtet, Plinse anzubieten, denen wir unseren Kosenamen zu verdanken haben“, so die Genusshandwerkerin.

Petra Richter ist Ortsvorsteherin der „Plinsdörfer“ (Gosda, Weißag, Zwietow) auf der Süd- und Sonnenseite der Calauer Schweiz und bekennende Turm-Sympathisantin, nachdem das frühere, hölzerne Bauwerk 2014 aufgrund von Vandalismus und irreparablen Schäden abgerissen werden musste. „Wir wollten diesen neuen Turm, auch wenn sich dadurch die Haushaltssituation unserer Gemeinde verschärft“, spricht Petra Richter für die Fraktion der Befürworter und setzt dem entstehenden Wahrzeichen ein Hoffnungszeichen entgegen: „Wir schaffen das!“

Von Uwe Hegewald / LR

 

Foto: Am Freitag legte Roland Schneider (Mitte), Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal, den Grundstein für den neuen Aussichtsturm in der Calauer Schweiz. Dabei erwiesen sich Calaus Bürgermeister Werner Suchner (r.) und Altdöberns Amtsdirektor Frank Neubert als willkommene Handreicher. (Foto: M. Franke/RM)