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So heißt der neue Klinkerturm in der Calauer Schweiz

06. 10. 2020

50 Namensvorschläge hat es gegeben für den neuen Klinkerturm in der Calauer Schweiz. Mit dabei waren auch kuriose Varianten. Wie soll der 43 Meter hohe Turm nun heißen?

Intensiver Applaus schallte am vergangenen Wochenende über die Kammlage der Calauer Schweiz. Der Grund: Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal und Beate Matzke, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Calau, enthüllten das Namensschild für den Aussichtsturm auf dem Dach der Lausitz.

Siegervorschlag für neuen Klinkerturm kommt aus Buchwäldchen

 

Luckaitztaler Ziegelturm“ wird der 43 Meter hohe Klinkerbau (Gesamthöhe) künftig heißen, in Anlehnung an die 93 850 verarbeiteten Klinkersteine. Der Namensvorschlag kam von Ronny Gräbig (Buchwäldchen). „Der Namensgebung ging ein Losverfahren voraus“, informierte Altdöberns Amtsdirektor, Frank Neubert.

Vier Luckaitztaler Gemeindevertreter stimmten am 14. September 2020 für diesen Namen, vier weitere für die Bezeichnung „Lausitz-Röhre“. Bürgermeister Schneider verzichtete auf sein Stimmrecht, gab es unter den insgesamt 50 Namensvorschlägen auch personenbezogene, teils kuriose und humorvolle Bezeichnungen, wie „Langer Roland“.

 

Klinkerturm ist ein„Glücksfall für die Region“

 

Nicht in die Endrunde der Abstimmung schafften es Namen wie „Klinker-Tower“, „Hohe Nadel“, „Calauer Spargel“, „Lucki“ oder „Plinsturm“, mit Bezug auf die Buchweizenplinse, als kulinarische Delikatesse der Calauer Schweiz.

„Vor sechs Jahren begann es mit den Schmieden von Ideen für den Turm. Er ist ein Glücksfall für die gesamte Region“, stellte Roland Schneider in seiner poetischen Festrede klar. Beate Matzke bemerkte: „Er ist auch ein Symbol der Zusammenarbeit des Amtes Altdöbern und der Stadt Calau.“

Umrahmt wurde die Namensweihe durch Gaumenfreuden der Familie Richter, Livemusik des Posaunen-Quartetts „Tagesform“ vom Musikverein Vetschau und Auftritten der „Werchower Grimms“. Die Laienschauspieler aus dem Calauer Ortsteil Werchow hätten sich – zwecks Würdigung ihres Namensgebers – möglicherweise für den Namen „Rapunzel-Tower“ ausgesprochen.

 

Baugleicher Turm steht in der Lüneburger Heide

 

Eine der weitesten Anreisen nahm Axel Braun auf sich. Er ist der Architekt des baugleichen Aussichtsturmes in Hösseringen (Gemeinde Suderburg) in der Lüneburger Heide. Eine Delegation des Amtes Altdöbern sah sich seinerzeit den 2003 eingeweihten Turm an und äußerte den Wunsch, diesen nachbauen zu dürfen.

„Dass man so ein Bauwerk als kleiner regionaler Architekt in seinem Berufsleben mal bauen würde, ist schon einmalig. Den Turm aber noch mal zu bauen – nicht, weil er zusammengefallen ist, sondern weil er gefällt – das ist dann wohl schon zweimalig“, befand er damals gegenüber der Allgemeinen Zeitung Lüneburger Heide.

 

Klinkerturm ist deutsch-deutsches Gemeinschaftsprojekt

 

Zur Namensgebung in Luckaitztal würdigte Axel Braun die „hervorragende Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten“ wie auch die Terminwahl am 3. Oktober. „Am Tag der Deutschen Einheit vollenden wir ein Deutsch-Deutsches Gemeinschaftsprojekt“, so der Architekt am Fuße des Luckaitztaler Ziegelturmes.

Mit seiner Aussichtsplattform in 38 Metern Höhe übertrifft das Lausitzer Gegenstück den Ursprungsturm in Hösseringen um sechs Meter. Die 36 zusätzlichen Stufen dürften in seinen Augen aber kein Hindernis darstellen, um einen Ausblick zu genießen oder einen besonderen Moment herbeizuführen, prophezeit Axel Braun.

Hat der Klinkerturm eine ehestiftende Wirkung?

So sei der Architekt schon einer jungen Frau begegnet, die auf dem niedersächsischen Turm einen Heiratsantrag erhalten hat. „Unsere Türme können also auch ehestiftend wirken“, bemerkte er mit einem Augenzwinkern.

 

Infos und Wegweiser zum Turm

 

Der Klinkerturm erhebt sich mitten im größten Naturschutzgebiet des Naturparks, der Calauer Schweiz, über die Baumkronen. 216 Stufen führen hinauf. Der Blick reicht bei klarer Sicht bis zur Calauer Stadtkirche im Norden, bis nach Cottbus und zum Kraftwerk Jänschwalde im Nordosten, zum Besucherbergwerk F 60 bei Finsterwalde im Südwesten und ins Lausitzer Bergland im Süden.

Die Ziegel des Turms entstanden im Klinkerwerk Buchwäldchen (Wienerberger GmbH). Das Werk liegt nur einen Steinwurf vom Turm entfernt und brennt seit 1864 Ziegel aus Ton und Sand der Calauer Schweiz.

Der Turm ist nur zu Fuß erreichbar. Der kürzeste Weg beginnt am Rastplatz bei Weißag (Gemeinde Luckaitztal) und führt als schmaler Pfad durch bewegtes Gelände. Auch von Werchow und vom Bahnhof Luckaitztal gelangen Wanderer auf markierten Wegen dorthin. Neue Hinweisschilder, die von der Stadt Calau an markanten Weggabelungen angebracht wurden, helfen zur Orientierung.

 

Von Uwe Hegewald/Lausitzer Rundschau

 

Foto: „Luckaitztaler Ziegelturm“ wird der 43 Meter hohe Klinkerbau künftig heißen, in Anlehnung an die 93 850 verarbeiteten Klinkersteine. Der Namens-vorschlag kam von Ronny Gräbig aus Buchwäldchen. © Foto: Frank Hilbert