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Umbau der zum Gutshof Altdöbern gehörenden Gebäude zur Umnutzung durch den Bauhof

Antragsteller: Brandenburgische Schlösser gGmbH

Bewilligung am: 04.12.2017

Ort: Altdöbern

Gesamtkosten: 2.959.687,34 €

Projektlaufzeit: 2017 - 2019

Richtlinie: LEADER

 

Die geplante Baumaßnahme umfasst die Instandsetzung inkl. Um- und Ausbau des Gutshauses Süd, des Hauses Vater und des kleinen Stallgebäudes inkl. der dazugehörigen Außenanlagen auf dem Schlossareal Altdöbern zur Nutzung durch den Bauhof Altdöbern und die Internationale Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Standort Altdöbern. Die Gebäude stehen als Teil des Ensembles unter Denkmalschutz.

Der Standort des Bauhofs in Altdöbern und die damit verbundenen Arbeitsplätze sollen mit dieser Maßnahme langfristig gesichert werden. Die Bürgerbeteiligung zu diesem auch im Kontext der Gebietsreform stehenden Thema endete in einem das Vorhaben unterstützenden Votum der Gemeindevertretung. Durch die Konzentration und Neuordnung des Bauhofs auf neugestaltetem Gelände wird die technische Infrastruktur des Orts verbessert, der Bauhof kann effizienter arbeiten und ist schneller und umfänglicher einsatzbereit.

Das lebenslange Wohnrecht des unter prekären sozialen Umständen lebenden Herrn Vater in seinem Haus wurde im Konzept berücksichtigt. Das neu gestaltete Nebeneinander fördert die soziale Stabilität und Integration.

Die Bauarbeiten werden auch unter öffentlichen Vergabebedingungen erfahrungsgemäß überwiegend von Firmen der Region durchgeführt, womit der regionale Dienstleistungssektor gestärkt wird.

Die Maßnahme trägt durch die vorgenannten Aspekte auch dazu bei die jüngeren und berufstätigen Bevölkerungsteile an die Region zu binden und die Abwanderung in die Ballungsgebiete einzudämmen.

Der Um- und Ausbau der Gebäude erfolgt unter der Prämisse des maximalen Substanzerhalts. Weite Teile des Gebäudes (Geräte- und Materiallager) werden unbeheizt genutzt, andere Teile (Werkstattbereiche) werden nur temperiert oder durch eine kleine moderne Heizanlage beheizt (Verwaltungs- und Sozialbereiche). In den temperierten und beheizten Bereichen wird aus Denkmalschutzgründen innen ein Wärmedämmputz vorgesehen. Für die Beleuchtung sollen LEDs eingesetzt werden. Die Baumaßnahme kann insofern als in hohem Maße ressourcenschonend und klimafreundlich bezeichnet werden.

Der überwiegende Teil der Gebäude ist ebenerdig und barrierearm. Durch Einbau eines zusätzlichen behindertengerechten WCs im Erdgeschoss des Gutshauses/ Verwaltungsbereich ist eine Nutzung auch durch Menschen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten gut möglich.


Die Maßnahme ist auch ein wesentlicher Schritt zur Neuordnung des Schlossareals. Die Beseitigung der derzeit noch durch den Bauhof genutzten Baracken hinter dem Kavalierhaus West ist eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung des nunmehr teilfertiggestellten Schlosses und seiner Nebengebäude. Für das Schlossensemble wurde ein umfassendes Nutzungskonzept erstellt, dessen Realisierung nun angestrebt wird. Die vorgesehene Nutzung des Schlossensembles wird weitreichende Folgen auf die Region hinsichtlich u..a. der zu schaffenden Arbeitsplätze und der touristischen Attraktivität haben. Hinzu kommt ein beträchtliches Bauvolumen, von dem die Region, wie bereits oben erwähnt, stark profitiert.

In diesem Kontext wurde auch eine neue Bleibe für die Internationale Jugendbauhütte gesucht, die derzeit Räume im Kavalierhaus Ost, im Marstall und z.T. auch im Gutshof Nord nutzt. Es ist die einzige Jugendbauhütte in der Gartendenkmalpflege in Deutschland und hat insofern Modellcharakter. Neben Jugendlichen aus verschiedensten Ländern der EU und darüber hinaus, absolvieren dort auch immer einige Jugendliche aus der Region ein freiwilliges soziales Jahr. Ihre Aufgabe ist die Pflege und Rekonstruktion des öffentlichen Schlossparks, der Pflanzungen, der Wege und des Mobiliars. Der Park wird dadurch erheblich aufgewertet und touristisch immer attraktiver. Die seit etwa drei Jahren erfolgreich betriebene Orangerie am Rande des Parks, auch ein touristische Highlight, profitiert davon, lockt aber auch weitere Leute in den Schlosspark. Park und Schlossareal ziehen auch zunehmend Veranstaltungen mit erheblichen Touristenströmen, wie z.B. seit 2013 die „Parksommerträume“ oder seit 2015 die „Lust am Garten“ an.

Die Arbeit der Jugendbauhütte findet in enger Kooperation mit dem Bauhof, insbesondere mit der dort beschäftigten Gärtnerin statt. Derzeit laufen Anstrengungen in diesem Kontext auch zwei förmliche Ausbildungsplätze zu schaffen.